2006

Zeitsequenzen

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Spuren aus der Zukunft, 2006

Digitaldruck und Acryl auf Leinwand, 140 x 140 cm

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Spuren aus der Zukunft, 2006

Digitaldruck und Acryl auf Leinwand, 140 x 140 cm

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Spuren aus der Zukunft, Seite 2, 2006

Digitaldruck und Acryl auf Leinwand, 140 x 140 cm

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Altlasten, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 100 x 100 cm

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Hunger! Und sie machten das Beste daraus, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 50 x 50 cm

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Befreit, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 50 x 50 cm

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Appetenz - Aversion, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 50 x 50 cm

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Bunte Zukunft, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 50 x 50 cm

Brief an die Schüler des Ettenheimer Gymnasiums, der neuen Heimat des Bildes

Ich bin Ilana Lewitan, eine Künstlerin aus München und Tochter von Shoah-Überlebenden.
Es war mir seit langem ein tiefes Bedürfnis über meine Arbeit als bildende Künstlerin, in meine Familiengeschichte einzutauchen. Ich möchte euch, liebe Schüler/innen, anhand dieses Gemäldes, von meiner Familie mütterlicherseits erzählen.
Ich zeige vor allem Fotos und Portraits meiner Großeltern. Ich habe sie leider nie kennen lernen dürfen. Durch den malerischen Prozess, hatte ich das Gefühl Ihnen emotional und spirituell näher zu kommen.
Die Mutter meines Großvaters, lebte in England. Ich zeige ihren Grabstein, der in London steht. Da meine Urgroßmutter sehr früh verstarb, gingen ihr Ehemann und seine zwei Kinder nach Warschau zurück, wo seine Familie herstammte.
Er heiratete wieder und hatte nochmals Kinder. Ich zeige Fotos dieser Familienmitglieder. Seine Söhne konnten vor der Shoah rechtzeitig nach Südamerika auswandern und überlebten. Seine Tochter und alle anderen Familiengehörigen sind höchstwahrscheinlich im Vernichtungslager Treblinka ermordet worden.
Meine Großeltern, meine Mutter und mein Onkel lebten unter Todesangst im Warschauer Ghetto und schafften es letztlich sich vor den Todeszügen in die Gaskammern zu retten. Kurz vor dem Aufstand des Warschauer Ghettos am 19. April 1943 flohen sie über die Kanalisation. Es gelang ihnen danach in Warschau unterzutauchen. Im Versteck verstarb mein Großvater unter erbärmlichen Umständen.
Ich zeige in meinem Gemälde Fotos von Händen, die sich berühren. Diese Hände gehören meiner Mutter, ihrer Töchtern und Enkelkindern. Sie befinden sich in einem Gefäß, das vermeintlichen Schutz bietet. Die Blume stellt meine emotionale Verbundenheit mit meinen Verwandten dar.
Niemals dürfen wir wieder in eine solche Barbarei zurückfallen. Mein Bild mahnt und erinnert an die schreckliche Vergangenheit. Die Hände und die leuchtenden Farben deuten zugleich in eine hoffnungsvolle Zukunft.
Shoah: hebräischer Begriff für „Zerstörung“, bezeichnet den systematischen Völkermord an etwa sechs Millionen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.

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Spuren aus der Vergangenheit, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 100 x 100 cm

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Spuren aus der Vergangenheit 2, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 100 x 100 cm

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Ineinander-auseinander, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 50 x 50 cm

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Es gibt Hoffnung, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 50 x 50 cm

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Es kam von Oben, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 30 x 30 cm

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Es kam über Nacht, 2006

Acryl und Collage auf Leinwand, 50 x 50 cm